Abischerz am 11.6.1997

"Parade mit Liebe und Frieden" titelte das bundesweit angesehene Kultur - und Nachrichtenmagazin Schwäbische Zeitung in einem spektakulären Report über den phänomenalen Abi-Scherz der bislang coolsten 13ten Klasse des Elitegymnasiums KMG.

Mit diesem unnachahmlichen Ereignis, das an Highlights und Sensationen nicht zu überbieten sein wird, setzten die engagierten Abiturienten wieder einmal einen Meilenstein in der Kulturhistorie der Stadt Friedrichshafen. Wieder einmal wurden die KMGler auch ihrem Ruf gerecht, an Kosten und Mühe nicht zu sparen.

In einer aufwendigen Aktion organisierten sie ein PS-starkes und höchst luxuriöses agrartechnisches Fortbewegungsmittel, um 800 Schüler möglichst schnell und bequem zum Ort des Abi-Scherzes zu transportieren: sie durften dem Traktor nämlich hinterher laufen. Die Ausgelassenheit und Stimmung in diesem gigantischen Festzug sprang sofort über auf die Häfler Passanten, die ja im ganzen Bundesgebiet bekannt sind für ihr südländisches Temperament und ihre spontane Fröhlichkeit. Selbst die abgehärteten Polizeibeamten, die das Spektakel eskortierten, äußerten Bewunderung: "Ich war schon bei der Love-Parade in Berlin dabei, aber das hier übertrifft alles." meinte der Einsatzleiter, dessen Name hier nichts zur Sache tut.

Ziel des Umzugs: das Strandbad Friedrichshafen, auch bekannt als St. Tropez von Württemberg. Die mit übermäßiger Intelligenz und Weisheit gesegneten Abiturienten hatten dort eine Vielzahl von Attraktion für ihre Mitschüler bereitgestellt, die sich diese Überraschung aufgrund ihres respektvollen und vorbildlichen Verhaltens gegenüber den Abiturienten wirklich verdient hatten ( Vorsicht Ironie ). Kurz gesagt: für Wein, Weib und Gesang war gesorgt, und während die Schüler beim Fußballspiel den Ball laufen ließen, ließen sich die Lehrer und Noch-Abiturienten vollaufen. Musikalisch unterstützt wurden sie dabei von der populären "Abi - Band", die extra ihre Welttournee unterbrach, um auf dieser Party für "Bier, -Wurst, -und Bildzeitungskonsumenten" aufzutreten.

Beachtlich sind diese schier übermenschlichen Leistungen vor allem, wenn man bedenkt, daß das Datum für den Abi-Scherz in einer der ungezählten, legendären 13er - Abstimmung ( mit 2/3 Mehrheit, 21% Hürde und 40% Wahlbeteiligung ) noch kurzfristig um einen Tag vorgelegt wurde und die Organisationstalente von Maybachstraße somit nur 12 Stunden Vorbereitungszeit hatten.

Wenn man also am Tag X seinen Blick über das Strandbadgelände schweifen ließ, konnte man, außer den lachenden Gesichtern glücklicher Kinder und volltrunkener Lehrer, auch hier und dort einen Heiligenschein leuchten sehen, denn die selbstlosen Abiturienten bereicherten sich nicht etwa an den Einnahmen des Abi-Scherzes, nein, sie spendeten das Geld einer Stiftung für MS - Kranke und einer hilfsbedürftigen Familie. Die Abiturienten, die das Fach Ethik belegt hatten, wiesen eine Heiligsprechung durch den Papst jedoch ab.