Studienfahrt nach London 27.3.96-3.4.96

Donnerstag, 27.März 1996, eine Gruppe von Schülerinnen und Schüler unter der Leitung von Frau "Lissy" Konrath und Herr Rexer machte sich auf den Weg in Richtung Norden, ihr Ziel: London.
Schon im Zug in Richtung Stuttgarter Flughafen gab es den ersten Zwischenfall, konnte Anke zwar ihren Koffer ohne Probleme öffnen, bekam ihn aber nicht mehr zu. Das Problem war schnell gelöst, indem man sich kurzer Hand auf den Koffer setzte.
Nachdem die Gruppe ihr Gepäck eingecheckt hatte, konnte man sich noch in aller Ruhe im Duty-Free-Shop eindecken, und diese Zeit wurde verlängert, da man mit Verspätung starten sollte, was der "Bombenstimmung" keinen Abbruch tat und man mit einem tollen Blick auf London by night belohnt wurde.
Schließlich hatten wir englischen Boden unter den Füßen und wir machten die erste Bekanntschaft mit der Londoner Underground, die für manche von uns zum Horror werden sollte, da eine Gruppe von uns während des Aufenthaltes mit der U-Bahn stecken blieb, und man noch ständig die Bombenanschläge im Bewußtsein hatte. ("Vorsicht vor den Mülleimern!")
Als wir dann an der Paddington-Station ausstiegen, wurden wir mit einem "Mind the gap!" empfangen, eine Tonbandwarnung, die uns die nächsten Tage noch verfolgen sollte.
Auf dem Weg zum Hotel wurden uns die Gefahren des britischen Straßenverkehrs bewußt, mußte man sich zuerst auf den Fahrstil mancher Londoner und den Linksverkehr einstellen.
Für die nächste Überraschung sorgten die Zimmer des Hotels, indem wir untergebracht waren.
Gewöhnungsbedürftig war die Ausstattung der Zimmer, in einem Zimmer waren die Betten unterschiedlich groß, in einem anderem erinnerte die Dusche an einen Kleiderschrank. Auch für die Kommunikation der einzelnen Zimmer untereinander war gesorgt, hatte doch jedes Zimmer ein Telefon, was aber für manche ein Anreiz war "Telefonterror" zu betreiben.
Für Überraschungen sorgten auch die Duschen jeden Morgen. Entweder funktionierten sie nicht richtig, oder man konnte wählen zwischen nur kaltem oder nur heißem Wasser.
Nach einem englischem Frühstück folgten wir dem ersten Punkt unseres Programmes. Den ersten Eindruck von der Stadt konnten wir uns am Trafalgar Square machen, und dabei fielen nicht nur die roten Busse oder die typischen Taxis auf. Gelegentliche Umwege mußten wir in den nächsten Tagen in Kauf nehmen, da unsere begleitenden Lehrer Probleme bei der Wegfindung hatten. Bei den Horseguards hatten wir dann die seltene Möglichkeit einen lächelnden Horseguard zu sehen, denen eigentlich streng untersagt ist einen Gesichtsmuskel zu bewegen oder zu sprechen. Den Rest des Tages verbrachten wir damit weitere Sehenswürdigkeiten (Westminster Abbey, Big Ben, Cabinet War Rooms) anzusehen oder zu besuchen.
Am nächsten Tag fuhren wir mit dem Schiff auf der Themse in Richtung Greenwich, vorbei an der Towerbridge und dem Tower, um dort ein mehr oder weniger interessantes Museum zu besichtigen. Auf dem Rückweg bekamen wir noch die Gelegenheit die Schäden des letzten Bombenanschlages zu sehen.
Am Nachmittag konnten wir zwischen dem Besuch des British Museum oder der National Gallery wählen.
Der nächste Tag begann mit einem Spaziergang im Hyde Park zum Speakers Corner, einem sonntäglichem Treffpunkt für gewagte Redner. An diesem Tag stand noch der Buckingham Palace und das Museum of London auf dem Programm, in der freien Zeit konnten wir den Camden Market besuchen, ein Eldorado für Second hand Liebhaber.
Der Montag stand im Zeichen der Justitia. Dabei hatten wir die Möglichkeit an zwei Gerichtsverhandlungen teilzunehmen, die eine Gruppe konnte einen Mordprozeß verfolgen und die andere Gruppe eine Verhandlung , in der es um Brandstiftung ging. Nach strengen Sicherheitskontrollen durften wir auf einer Tribüne im Gerichtssaal Platz nehmen. Doch mußte die Gruppe, die der Verhandlung mit dem Brandstifter beiwohnte, den Saal bald wieder verlassen, da eine Dame, die dort für Ruhe und Ordnung sorgte, Einwände gegen unser Verhalten hatte und uns mehr oder weniger rausschmiß. (Ihrer Meinung nach saßen wir schlafend im Raum.)
Am Abend stand ein Theaterbesuch im Garrick Theater auf dem Programm, das aufgeführte Stück "An Inspektor Calls" kam einigen nicht ganz unbekannt vor, hatten sie es bereits in der elften Klasse im Unterricht gelesen.
Der vorletzte Abend in London wurde noch zu einem weiteren Höhepunkt der Studienfahrt, da wir mit Anke in den 18. Geburtstag hineinfeierten. Nach einem Ständchen vor der U-Bahnstation (elf Uhr Ortszeit in London, da Anke nach deutscher Uhrzeit volljährig werden wollte.) wurde sie mit einem weiteren Ständchen im Hotel von ein paar GZGlern überrascht.
Bei dem anschließendem Fest im Zimmer Nr.33 war nicht nur die Reisegruppe vom KMG vertreten, sondern auch eine Abordnung vom GZG, und so wurde es leider etwas lauter, und nachdem fast alle gegangen waren, kam Herr Rexer ins Zimmer um das Fest endgültig zu beenden.
Am letzten Tag stand noch der Besuch der Tate Gallery auf dem Programm.
Der Nachmittag stand zur freien Verfügung, der vor allem zum Einkaufen genutzt wurde, dabei stellte sich am Abend heraus, das bei Einigen der Einkauf die Transportmöglichkeiten überschritt, und man einen Kampf mit dem Koffer austragen mußte.
Die Abende standen jedem zur freien Verfügung . Man hatte die Gelegenheit sich ins Londoner Nachtleben zu stürzen, die typischen Pubs unsicher zu machen, oder den Piccadilly Circus anschauen, um nur einige Möglichkeiten zu nennen. Aber auch ein Abend im Hotel wurde nicht langweilig, nutzten ein paar die Zeit um sich die Haare zu blondieren.
So manch einer hatte nachts Schwierigkeiten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, , da die Underground nur bis Mitternacht fährt, und man auf Nachtbusse umsteigen mußte. Allerdings ist das System kompliziert und man benötigte etwas länger um den Heimweg zu finden. Nachdem zahlreich Busse an der Haltestelle vorbeigefahren waren, weihte man auch uns Nichtlondoner in das Geheimnis des Busanhaltens ein: Mit der Hand winken.
Am nächsten Tag hieß es Abschied nehmen von der Stadt und man benützte zum letzten Mal die Londoner Underground, worüber wohl einige ganz froh waren, um zum Flughafen zu gelangen. Nach dem Einchecken und dem Besuch des Duty-Free-Shop konnten wir endlich ins Flugzeug einsteigen. Auf der Rückfahrt mit dem Zug von Stuttgart nach Friedrichshafen schliefen die meisten, und kurz vor der Ankunft versetzten uns Christine L. und Bettina in Schrecken, befanden sie sich nicht mehr bei der Reisegruppe. Schließlich entdeckte man sie im Zugrestaurant, eingeschlossen, und mit Hilfe des Schaffners konnten sie wieder befreit werden, um ihr Gepäck zusammen zu suchen.
Ziemlich müde kamen wir letzt endlich wieder in Friedrichshafen an, nach einer tollen Woche in der Hauptstadt Großbritanniens.


Unser Dank gilt Frau Konrath und Herr Rexer für die gelungene Studienfahrt nach London.