Studienfahrt nach Neapel 27.3.96 - 4.4.96

Man schrieb den 27.3.96, als die 41 Schüler der Stufe 12 des KMG's unter der Leitung von Herrn und Frau Küppers, Herrn Brugger und Herrn Notzke frohen Mutes Richtung Neapel aufbrachen, um fremde Kulturen, neue Eßgewohnheiten und alte Ruinen zu erforschen, die noch nie ein GZGler zuvor gesehen hatte. Die anfangs feuchtfröhliche, später sich endlos hinziehende Fahrt verlief zunächst ohne Zwischenfälle, obwohl die jugendliche Unschuld einiger Passagiere durch den Anblick zahlreicher, freizügig bekleideter Mailänder Straßenprostituierten stark beeinträchtigt wurde.
Kurz vor der Ankunft in Sorrento/Napoli kam es zu einer Demonstration des leichtfertigen südländischen Verkehrsverhaltens: ein Verkehrsunfall mit zwei Todesopfern sollte die Ankunft um eine weitere Stunde verzögern.
Erschöpft, aber dennoch glücklich erreichte die Reisegesellschaft am späten Nachmittag Giardino delle Esperidi, ihre Unterkunft für die nächsten 7 Tage.
Die kleinen, spärlich ausgestatteten Bungalows blieben weit hinter den Erwartungen zurück (Zitat Lotta: "Wenn ihr mal `ne geile Nacht erleben wollt, kommt in unsere Betten!"), auch sollte während der ganzen Woche fehlende Warmwasser der Körperhygiene vieler Personen abträglich sein.
Dennoch gelang es den 46 Expeditionsteilnehmern durch Improvisationskunst und unerschütterlichen Überlebenswillen alle Unannehmlichkeiten und Gefahren des unbekannten Landes zu bewältigen.
Während der am nächsten Tag unternommenen Seeüberfahrt nach Capri zeigten sich bei vielen Schülern die Nachwirkungen des am Vorabend durchgeführten übermäßigen Konsums alkoholischer Getränke, das an den kommenden Abenden entgegen der vergeblichen Aufforderungen Herrn Bruggers, "keine Spuren zu hinterlassen", weiterhin praktiziert wurde und das Interesse und die Aufmerksamkeit der Teilnehmer während der Führungen und Besichtigungen in keiner Hinsicht minderte.
Frühmorgens am zweiten Tag, der eine Ausfahrt nach Neapel und Pompeji beinhalten sollte, kam dann der Schock für die sich noch nicht auf den Höhepunkt ihrer geistigen und körperlichen Leistungsfähigkeit befindlichen Gymnasiasten; sein Name war GIOVANNI, er war Fremdenführer und stammt aus dem (geistigen) Armenviertel Neapels. Jegliche Rücksicht auf die empfindlichen Gemüter und Ohren seiner Kunden außer Acht lassend, bombardierte Giovanni Schüler, Lehrer und Busfahrer Wolfgang mit Informationen über die Kochkünste seiner Mutter, über seine Kindheit und seine Beziehungen zur Camorra, erzählte verschiedene Halb- oder Unwahrheiten über die Einzigartigkeit, Großartigkeit und Schönheit von teilweise unbedeutenden neapolitanischen Bauwerken und vermischte dies mit einigen wahren Tatsachen (Zitat Giovanni: "Neapel ist eine Modestadt, die man sogar mit Bielefeld vergleichen kann.").
Während des zweistündigen Stadtbummels machten zwei KMGler, Mark Kain und Steffen Schweinter (Namen von der Redaktion geändert) Erfahrungen mit dem Einfallsreichtum neapolitanischer Trickbetrüger. Auch wurde die Abfahrt aus Neapel durch das Zuspätkommen mehrerer konsumsüchtiger, weiblicher Mitglieder der Gruppe um 30 min verzögert. Kurz bevor Giovanni einen Polizeisuchtrupp losschicken konnte erreichten die vier Blondinen jedoch den Bus und das nächste Besichtigungsziel, Pompeji, wurde in Angriff genommen.
Die hinteren Reihen (dort konnten die Lautsprecher abgeschaltet werden!) verlautbarten ihre Bewunderung für das Durchhaltevermögen und die Kaltblütigkeit der vorne Sitzenden und vor allem für Busfahrer Wolfgang, der die Nerven behielt und den Bus trotz Giovanni und der verbrecherisch gefährlichen Fahrweise der Eingeborenen sicher und fast ohne Kratzer wieder nach Sorrento steuerte. Nach siebenstündiger Marter benötigte Wolfgang, wie viele andere auch, die Hilfe mehrerer einheimischer Weinflaschen um die Schrecken und Strapazen des Tages (sprich Giovanni) wieder vergessen zu machen.
An diesem Abend wurde Referendar Jürgen Notzke (gewählter Mr. Sorrento!) der Dank der Schüler zuteil, da er entgegen der Forderungen Herrn Bruggers ("Ihr braucht den Schlaf!") einen gemütlichen Ausklang des Abends ermöglichte (Zitat Notzke: "Eberhard, jetzt gesch mal schlafen!").
Die zurückhaltende und ruhige Art des nächsten Reiseleiters, Antonio, war Balsam für die geschundenen Nerven der Truppe. Seine Führungen durch die Hafenstadt Amalfi und durch die antike Tempelstadt Paestum ließen die Schüler diszipliniert über sich ergehen und wurden dafür mit ganztägig schönem Wetter belohnt.
Im Laufe des zwölfstündigen Studientrips schafft es Antonio sogar, kurzzeitig das Interesse der Schüler zu wecken, was Herrn Brugger in einem Anfall von Großzügigkeit und im Hinblick auf den bevorstehenden freien Tag veranlaßte, eine Überschreitung des festgelegten Partylimits von 21 Uhr (hahahahahah!!!!!) zu gestatten.
Den erwähnten freien Tag nutzten viele Studienfahrtteilnehmer, um unbrauchbares italienisches Kleingeld gegen hochwertige einheimische Produkte einzutauschen.
Weiterhin ist erwähnenswert, daß mehrere (18!) , im Umgang mit Alkohol unerfahrene Schüler und Schülerinnen allabendlich ausgiebig zur Düngung des Bodens der zahlreichen Zitronen- und Orangenbäume beitrugen; der Dank ihrer Mitbewohner und der Putzfrauen war ihnen gewiß.
Am nächsten Tag waren die Götter den Hobbyarchäologen nicht gnädig gestimmt; die Führungen fielen im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser und auch die deutsche Führerin Rita konnte die Stimmung nicht heben, die Während des Besuchs in Herculaneum am Tiefpunkt war.
Während des nächsten Programmpunktes, dem Aufstieg zum Vesuv, versuchten einige Todesmutige sich gegen die herunterströmenden Wassermassen nach oben zu kämpfen, mußten aber wegen des zu starken Nebels kurz vor dem Kraterrand wieder umkehren um den zurückgebliebenen, weniger aktiven Capuccinotrinkern von dem mißlungenen, aber körperlich aufbauenden (man beachte die langen Busfahrten!) Unternehmen zu berichten.
Der letzte Abend in Italien wurde von den Lehrern gestaltet, die unter Aufbringung all ihrer geistigen Fähigkeiten einen bunten Abend organisierten (Besonders erwähnenswert: Herr Küppers und Herr Brugger als Alleinunterhalter!).
Am Ende einer in jeder Beziehung lehrreichen, interessanten und fröhlichen Studienfahrt, die zwar kräftezehrend aber dennoch geistig erfüllend war, gaben sich die Schüler noch einmal einem Konsumrausch hin, um die letzen Lire unters Volk zu bringen und sich für die lange Rückfahrt zu rüsten.
Der beliebte SKA-Moderator Tamer Tunc sorgte während der Busfahrt für die nötige Stimmung, Herr Küppers fand die passenden Abschiedsworte am Ende einer gut verlaufenen Rückfahrt und Busfahrer Wolfgang, der in Anspielung auf seine Fahrkünste eine Ferrarimütze geschenkt bekam, verteilte RAB-Werbegeschenke.

CIAO NAPOLI!

Wir bedanken uns für eine unterhaltsame und gelungene Studienfahrt bei Herrn Küppers, Herrn Brugger, Herrn Notzke und RAB-Wolfi.